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"Ich spiel' nimmer mit" hat man schon oft gehört oder sogar von sich gegeben, wenn man in jungen Jahren sich nicht mehr zu helfen wusste und enttäuscht war mit der Situation. Dass es aber so weit kommen würde, dieses von erwachsenen Gemeinderäten zu hören, hätte ich mir bis zuletzt eigentlich nicht ausmalen können.
Diese Ausladung fand sich am Samstag in meinem Briefkasten. Sie ist die Folge eines doch viel tiefer sitzenden Wettstreits um das Amt des Oberbürgermeisters in Giengen an der Brenz als bisher bekannt. So viel noch dazu, der amtierende OB Stahl (SPD) wurde 5 Wochen nach der Kommunalwahl durch einen neuen OB Elser (unabh.) ersetzt. Der amtierende OB wollte sich von niemandem helfen lassen und schwor stolz, dass er kein Wahlkampfteam und keine Unterstützung seiner Partei bräuchte. Um so erbitterter kämpfen diese nun nach der verlorenen Wahl um sein Ansehen. Die Enttäuschung gipfelt in einem Blogbeitrag auf der Seite des örtlichen SPD Ortsvereins: http://www.spd-giengen.de/index.php?mod=content&menu=12&page_id=7776
Über "eingesetzter Waschmittel-Symbolik" und von Verleumdung, Verächtung und Vernebelung in hassvoller Häme ist hier von denen zu lesen, die durch den Wahlkampf eine Spaltung der Stadt angeprangert haben. Da waren Familien zerstritten, weil man sich nicht über die Unterstützung auf einen gemeinsamen Kandidaten einigen konnte.
...Ist es aber nicht gerade die Entscheidung, die
eine Demokratie ausmacht? Lange wurde diskutiert und debattiert in der
Stadt. Sicher waren es auch kontroverse Diskussionen. Nur hat uns das
gespalten? Es hat Giengen weiter gebracht! Weiter im Selbstwertgefühl
einer ehemals freien Reichsstadt und einer heute großen Kreisstadt.
Wer aber nach der Wahl mit unfairer Polemik nachtritt muss sich den
Vorwurf gefallen lassen diese Spaltung weiter voranzutreiben. Jetzt
sollte versucht werden eine demokratische Entscheidung zu akzeptieren.
Von Amerika könnten wir da noch eine ganze Menge Demokratie lernen...
So steht es in einem jüngst veröffentlichten Artikel der örtlichen Fraktion des CDU-Wählerblocks, die die Kandidatur Herrn Elsers, dem neuen Oberbürgermeister Giengens, unterstützt haben. Dem ist nichts hinzuzufügen!
Zurück zur Ausladung: Noch viel "kuh-rioser" sieht es aus, wenn man die Zeilen der Einladung dazu liest. Da stand doch:
Wenn man
ein Jahr lang trefflich streitet, um's Wohl der Stadt sich redlich plagt,
wird
dieses häufiglich begleitet, dass man bis in den Abend tagt...
Das liegt
zumal an Wortbeiträgen von jenen, die oft sehr viel wissen...
Oft hungrig
hängen schon die Mägen, manch Stadtrat's Wort möcht man dann missen...
Dum soll
den Brauch man nicht verneinen, den wir im Rat so gerne pflegen:
Zu netter
Runde sich vereinen- auch d a s gereicht der Stadt zum Segen !
Manch
locker Wort entspannt das Klima bei Speis' und Trank und gutem Wein.
Das nicht
vergessen wär doch prima: Drum soll's auch heuer wieder sein !
Gerade nach
des Wahlkampfs Plage gilt für die Alten wie die Neuen,
bei Schwarz, Rot, Grün - ganz
ohne Frage: Wir werden uns an jedem freuen !
Gemeinsam
mit der Stadtverwaltung soll uns der Abend fröhlich stimmen,
zwecks kommunaler
Kraft-Entfaltung stößt man gern an auf solch Gelingen!
Da fragt man sich, was nach der OB-Wahl denn so anders sein sollte als nach der hier besagten Kommunalwahl (außer, dass man in letzterer verlor, während in der hier genannten 1 Sitz dazu gewonnen werden konnte aus Sicht der "Gastgeber")? "Manch
locker Wort entspannt das Klima bei Speis' und Trank und gutem Wein."AHA!
Dass die "gegnerischen" Fraktionen ausgeladen wurden ist aus der Sicht schlechter Verlierer eigentlich verständlich. Aber die Stadtverwaltung? Es sind doch immer dritte Leidtragende, wenn einer "nicht mehr Mitspielen will".
Wir feiern trotzdem und laden unsere Mitstreiter auch dazu ein - komisch nur, dass dieses Angebot vom Jüngsten Mitglied des Gremiums kommen muss.
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