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Ich, beleidigte Leberwurst!? Drucken
Mittwoch, 22. Juli 2009

SPD-Ausladung"Ich spiel' nimmer mit" hat man schon oft gehört oder sogar von sich gegeben, wenn man in jungen Jahren sich nicht mehr zu helfen wusste und enttäuscht war mit der Situation. Dass es aber so weit kommen würde, dieses von erwachsenen Gemeinderäten zu hören, hätte ich mir bis zuletzt eigentlich nicht ausmalen können. 

Diese Ausladung fand sich am Samstag in meinem Briefkasten. Sie ist die Folge eines doch viel tiefer sitzenden Wettstreits um das Amt des Oberbürgermeisters in Giengen an der Brenz als bisher bekannt. So viel noch dazu, der amtierende OB Stahl (SPD) wurde 5 Wochen nach der Kommunalwahl durch einen neuen OB Elser (unabh.) ersetzt. Der amtierende OB wollte sich von niemandem helfen lassen und schwor stolz, dass er kein Wahlkampfteam und keine Unterstützung seiner Partei bräuchte. Um so erbitterter kämpfen diese nun nach der verlorenen Wahl um sein Ansehen. Die Enttäuschung gipfelt in einem Blogbeitrag auf der Seite des örtlichen SPD Ortsvereins:  http://www.spd-giengen.de/index.php?mod=content&menu=12&page_id=7776 

Über "eingesetzter Waschmittel-Symbolik" und von Verleumdung, Verächtung und Vernebelung in hassvoller Häme ist hier von denen zu lesen, die durch den Wahlkampf eine Spaltung der Stadt angeprangert haben. Da waren Familien zerstritten, weil man sich nicht über die Unterstützung auf einen gemeinsamen Kandidaten einigen konnte. 

...Ist es aber nicht gerade die Entscheidung, die eine Demokratie ausmacht? Lange wurde diskutiert und debattiert in der Stadt. Sicher waren es auch kontroverse Diskussionen. Nur hat uns das gespalten? Es hat Giengen weiter gebracht! Weiter im Selbstwertgefühl einer ehemals freien Reichsstadt und einer heute großen Kreisstadt. Wer aber nach der Wahl mit unfairer Polemik nachtritt muss sich den Vorwurf gefallen lassen diese Spaltung weiter voranzutreiben. Jetzt sollte versucht werden eine demokratische Entscheidung zu akzeptieren. Von Amerika könnten wir da noch eine ganze Menge Demokratie lernen...

So steht es in einem jüngst veröffentlichten Artikel der örtlichen Fraktion des CDU-Wählerblocks, die die Kandidatur Herrn Elsers, dem neuen Oberbürgermeister Giengens, unterstützt haben. Dem ist nichts hinzuzufügen!

Zurück zur Ausladung: Noch viel "kuh-rioser" sieht es aus, wenn man die Zeilen der Einladung dazu liest. Da stand doch:

Wenn man ein Jahr lang trefflich streitet, um's Wohl der Stadt sich redlich plagt,
wird dieses häufiglich begleitet, dass man bis in den Abend tagt...
Das liegt zumal an Wortbeiträgen von jenen, die oft sehr viel wissen...
Oft hungrig hängen schon die Mägen, manch Stadtrat's Wort möcht man dann missen...
Dum soll den Brauch man nicht verneinen, den wir im Rat so gerne pflegen:
Zu netter Runde sich vereinen- auch d a s gereicht der Stadt zum Segen !
Manch locker Wort entspannt das Klima bei Speis' und Trank und gutem Wein.
Das nicht vergessen wär doch prima: Drum soll's auch heuer wieder sein !
Gerade nach des Wahlkampfs Plage gilt für die Alten wie die Neuen,
bei Schwarz, Rot, Grün - ganz ohne Frage: Wir werden uns an jedem freuen !
Gemeinsam mit der Stadtverwaltung soll uns der Abend fröhlich stimmen,
zwecks kommunaler Kraft-Entfaltung stößt man gern an auf solch Gelingen!

Da fragt man sich, was nach der OB-Wahl denn so anders sein sollte als nach der hier besagten Kommunalwahl (außer, dass man in letzterer verlor, während in der hier genannten 1 Sitz dazu gewonnen werden konnte aus Sicht der "Gastgeber")? "Manch locker Wort entspannt das Klima bei Speis' und Trank und gutem Wein."AHA!

Dass die "gegnerischen" Fraktionen ausgeladen wurden ist aus der Sicht schlechter Verlierer eigentlich verständlich. Aber die Stadtverwaltung? Es sind doch immer dritte Leidtragende, wenn einer "nicht mehr Mitspielen will". 

Wir feiern trotzdem und laden unsere Mitstreiter auch dazu ein - komisch nur, dass dieses Angebot vom Jüngsten Mitglied des Gremiums kommen muss. 

 
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