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Schwarz-Rot-Gold: Drucken
Montag, 26. Juni 2006

Aus aktuellem Anlass nochmal ein Blogeintrag von vor 4 Jahren:

ImageDie neue Identität zur Fußball-WM und die damit einhergehenden Hang zum schwarz-rot-gold ist bemerkenswert. Schon wird von einem neuen Patriotismus geredet. Aber vielleicht ist es auch nur eine Laune.Nicht nur bei Bäckerei Klinsmann zu Hause in Stuttgart-Botnang wird Flagge gezeigt, nein auch jedes zweite Auto wird mittlerweile als Staatskarosse getarnt, Häuser werden umgestrichen und der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt, wie die Dekorationsbeispiele unten zeigen. Bei Flaggen- und Fanartikelherstellern klingeln derweil die Kassen. Der Absatz an Fahnen ist mit Umsatzzuwächsen von bis zu 1000% immens. (http://spiegel.de/...

{moszoomthumb imgid=1363} Auch wenn Nationalitätskennzeichen an Streifenwagen (http://www.abendblatt.de/...) noch unzulässig seien als Zeichen (oder gerade NICHT-Zeichen) der Neutralität geht die Euphorie doch auch mit unseren Schutzmännern durch (Bild). Da fordern schon Politiker die Staatsbeflaggung von öffentlichen Gebäuden zu WM2006 (http://www.spiegel.de/...).

img_4540 Und immer wieder taucht die Frage auf, darf Deutschland das  (http://www.n24.de/...)?  Eigentlich bin ich es leid betonen zu müssen, aber...JA  - WIR dürfen das. Und vor allem ist es gerade im Ausland endlich mal gerne gesehen. Keineswegs muss man sich heutzutage als verkappten Nationalsozialisten betiteln lassen, wenn man "Farbe" bekennt. Wir sind "patriotisch" -  und das ist durchaus keine Krankheit!

Jeder Fahnenschwenker unterstützt in erster Linie zur Zeit die Fußballnationalmannschaft (unsere "Adler", wie sie seit neuestem liebevoll getauft wurden... oder waren das nicht die Skihüpfer?) Und über die WM hinaus? Vielleicht ist dies jetzt die Gelegenheit endlich zu zeigen, dass auch hierzulande kein Sportereignis von Weltrang nötig ist, um unbehelligt zeigen zu dürfen: "man ist deutsch"!Eine Welle rollt über das Land. Eine Welle, die alle mitreißt, die sich nicht rechtzeitig in ihren Wohnungen verstecken. Die deutschen Innenstädte sind durchgeflaggt, Menschen singen und tanzen in schwarz-rot-goldenen Farben in den Straßen. Von einem neuen Patriotismus ist die Rede. Vielleicht ist es auch nur das Wetter.Soziologen sprechen bereits von einem neuen, jungen, beschwingten Nationalgefühl. (http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/... )

Natürlich gibt es da immer wieder die "Miesmacher", Skeptiker und Links- sowie Rechtsextremisten, die versuchen aus einer Entwicklung wie dieser Kapital zu schlagen. Nur kurz zu denen: das gewünschte Vorrundenaus der "Adler" ist wohl nicht mehr drin (http://www.vorrundenaus.de/), für die Aktion Fahne gegen T-Shirt oder 1,- Euro hagelte es glücklicherweise alles andere als Applaus selbst aus den eigenen Reihen (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/... ) , und zur die "Andere Seite" hat eigentlich ganz andere Fahnen, weshalb wir uns für unsere "Tricolore" nicht zu schämen brauchen. Ob nun Fan zur WM oder erleichterter Patriot, man darf sich zu den deutschen Farben bekennen und das wird auch getan. (http://www.sueddeutsche.de/... )

img_4634Nur warum denn ausgerechnet Schwarz und Rot und Gold?: Ihren Ursprung haben die deutschen Farben im 19. Jahrhundert. Das Freikorps des preußischen Reiteroffiziers Adolf von Lützow kämpfte 1813 in schwarzen Röcken mit roten Aufschlägen und goldgelben Knöpfen an den selbstgemachten Uniformen gegen den französischen Besatzer Napoleon. Auf dem Hambacher Fest tauchten die Farben erstmals als Fahne auf, 1848 bestimmte die Frankfurter Nationalversammlung sie zu Symbolen des Deutschen Bundes. Auch in der Weimarer Republik waren die Farben Schwarz-Rot-Gold. (http://www.n24.de/..., http://www.swr3.de/... )

img_4548Zur zur Zeit kommen die meisten Stoffe mit den Farben der Bundesrepublik aus dem fernen Osten. Für 17 Cent kann man dort schon ab 100 Stück ordern, die sich später für bis zu 8,- Euro wieder verkaufen lassen - nur dauere es per Schiff bis zu 9 Wochen für eine Lieferung. Sollte sich das Geschäft so lange bis nach der WM erhalten? Vielleicht nur beim Weltmeister im eigenen Land (aber man sollte noch nicht zu sehr voraus greifen). Die Qualität reicht jedoch meist nichtmal bis dahin. Bei Tempo 100 ist jedoch oft Ende der Fahnenstange: "Auf der Autobahn Köln-Aachen liegen die Dinger reihenweise am Fahrbahnrand." tönt es von der Autobahnmeisterei. (http://www.spiegel.de...

Auch wenn die Kampagne "Du bist Deutschland" eher zur Erheiterung beitrug statt das zu fördern, wozu die WM nur 20 Tage benötigte, war es doch genau dieses, was die TV-Spots und Anzeigen zu bewirken beabsichtigten.

Deutschland - weiter so!

weitere Beispiele des "kleinen  Partiotismus" für zu Hause oder im Büro:

 

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